Hallo und Humppa nach Deutschland,

gefahrene Kilometer heute: 387 km
gefahrene Kilometer gesamt: 1640 km

wir melden uns heute Abend aus Spišská Nová Ves in der Slowakei. Jetzt haben wir die Slowakei aber auch endlich wirklich erreicht.

Ein Frühstück hatten wir in unserer Biker Unterkunft nicht bestellt. Wir haben unsere Sachen gepackt und sind direkt weiter gezogen. Das coole an der Unterkunft war aber auch, dass die Motorräder direkt vor unserer Zimmertür standen. Dementsprechend konnten wir die Räder gestern Abend schnell entladen und heute beladen.

Frühstück gab es für uns in einem kleinen Laden in der nächsten Stadt. Ein kleiner Bäcker. Wobei es Bäcker nicht richtig trifft. Es gab süße Teilchen, aber auch in Frischhaltefolie eingewickelte belegte Sandwiches. Es gab aber auch eine ganze Theke voller Salate. Also Fleischsalate oder Gurkensalate. Alle kräftige Salate mit Mayonnaise angerührt. Die direkte Übersetzung von „Lahůdky Shop“ ist eher „Delikatessen Laden“.

Englisch wurde hier nicht gesprochen. Nach dem die gute Verkäuferin uns etwas gefragte hatte und wir nur auf Englisch antworteten gabs nur ein „Ohhh“ zu hören. Mit Lächeln, Händen und Füßen haben wir aber beide Brote auswählen können und einen Kaffee bekommen. Alles für gut 10 EUR.

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Distance: 0km

Dann ging es weiter in Richtung Slowakei. Dachten wir. Also so hatte ich die Tour irgendwann mal auf dem Navi geplant. Aber durch eine etwas andere Route mit der Unterkunft sind wir da vielleicht aus dem Tritt gekommen.

Die Grenzübergänge sind hier wirklich beachtlich unauffällig. Manchmal fehlt sogar das Landesschild mit dem Europa-Ring aus den Sternen. Dann steht nur die Willkommen in XY-Tafel dort, mit den Hinweisen wie schnell man hier wo fahren darf. Weil wir fest der Überzeugung waren als nächsten in die Slowakei einzureisen hatten wir nicht weiter gelesen. Ich habe mich nur irgendwann sehr gewundert, fast nur polnische Autokennzeichen zu sehen und keine Slowakischen. Wir waren doch in Polen. Wir drehen noch eine kleine Extra-Runde über Polen. Dann reisen wir endlich in der Slowakei ein. Dann doch aber nochmal kurz ein Stück durch Polen. Jetzt aber wirklich das letzte Mal auf dieser Reise. Und auch der wahrscheinlich schönste Abschnitt durch Polen.

Wir reisen hier in dem letzten Stück durch Polen und in die Slowakei hinein durch die Ausläufer der Karpaten. Das erklärte Ziel. Dieser Abschnitt ist das Hohe Tatra Gebirge. Das mit 2600m auch der höchste Teil der Karpaten und der höchste Berg der Slowakei ist. Sowohl auf der polnischen Seite und später auch auf der Seite der Slowakei sind das Ski-Gebiete. Und wirklich sehr schön gemachte Gegenden.

Hier kommt man sich gar nicht mehr vor wie im Rest von Polen. Es dominieren sehr stark Holzhäuser. Oft sogar richtige Blockhäuser aus ganzen Stämmen. Man kommt sich fast mehr vor wie in Österreich. Obwohl die zwar auch Holzhäuser haben aber nicht diese Blockhäuser. Das Erscheinungsbild der Häuser ändert sich auf jeden Fall komplett zu dem des restlichen Landes auf unserer Reise bisher.

Wir kommen durch eine Ski-Stadt in Polen, da ist richtig der Teufel los. Überall wimmelt es von Leuten. Das kann gar nicht angehen, dass das hier der normale Tourismus in der Stadt ist. Man sieht viele Gruppen, es gibt hier noch eine riesige Kirche. Auf den Straßen ist viel los. Zu Fuß, viele Busse, die Straßen sind voll. Und trotzdem ist es schön hier. Also ich muss mich echt nochmal mit den Schneebedingungen und Pisten hier auseinander setzen. Das wäre sicher auch preislich mal eine Alternative, wenn der Schnee stimmt.

Motorräder und andere Tourenfahrer sehen wir sehr wenige. Also auf jeden Fall deutlich weniger als wären wir in den Alpen unterwegs. Da kann man ja vor lauter GS nicht mehr über die Straße gucken. Hier sind es insgesamt nur sehr vereinzelt Motorräder die hier durchkommen. Heute sehen wir das erste Mal eine richtige Gruppe von Harley Fahrer. Gestern hatten wir schon eine kleine Gruppe vin Shoppern auf dem Berg überholt. Sonst kamen uns auch erst heute das erste mal andere richtige Reisemaschinen mit Gepäck entgegen. Insgesamt, aber wie gesagt, sehr wenige.

Unsere Strecke heute war insgesamt auch deutlich entspannter. Mehr was für Harleys als die Tour gestern. Immer noch sehr tolle Strecken und super Landschaften. Auch wenn es jetzt langgezogener wird. Weniger tiefe Täler im Berg, so wie die letzten zwei Tage. Was mir selber ein bisschen besser gefallen hat.

Wir sehen viele Störche hier. Auf den Feldern und auch geraden in den kleinen Dörfern sieht man noch viele Nester in denen Störche sitzen.

In diesen drei Ländern wird wieder mehr geraucht. Man sieht mehr Leute auf der Straße rauchen, als bei uns zu Hause, zumindest gefühlt. Man riecht es aber auch häufiger. In Restaurants ist auch hier Rauchverbot, aber es begegnet einem noch häufiger.

Die Slowakei ist auch offiziell wieder Bärengebiet. Noch haben wir keinen gesehen. Dafür aber mehr Rehe oder anderes größeres Rotwild, das hier schon ein paar mal vor uns die Straße gekreuzt hat.

Vor allem in Polen und Tschechien hat man noch manchmal diese Ansammlungen von Garagen gesehen, wie man es bei uns auch eher aus dem Osten kennt. Am Ortsrand gibt es ganze Viertel, oder zumindest größere Ansammlungen, von Garagen. Da wird dann sonstwas gelagert. Nicht unbedingt gerade das Auto eingestellt. Aber das sieht man hier viel. Das am Ortsausgang eine sehr lange Zeile an Garagen steht.

In der Slowakei sind uns an Ortsausgängen dagegen zweimal regelrechte Slums begegnet. Einmal sind wir mitten durch die Straßen gefahren. Vermutlich sind die Bewohner Roma. Die Häuser waren kaputt oder schlichtweg schlecht gebaut. Es standen überall kaputte Autos herum. Es war viel auf der Straße los. Überall anders sind die Straßen leer. Es fahren eben Autos rum. Aber es findet nicht „das Leben“ auf der Straße statt. Touristische Orte mal ausgenommen. Hier wurde richtig draußen gesessen und gespielt. Die Straße und der Straßenrand waren voll. Aber es lag auf viel Unrat und Müll herum.

Ein paar Stadt später ein ähnliches Bild. Auf einem Hügel am Ortsausgang eine Ansammlung kaputter Häuser und vollgemüllter Straßen. Ganz offensichtlich ein ganz anderer Teil der Stadt. „In der Ostslowakei leben Roma-Gemeinschaften oft in katastrophalen Verhältnissen ohne fließend Wasser oder Kanalisation. Die Arbeitslosigkeit in diesen Dörfern liegt teilweise bei fast 100 Prozent.“ Morgen kommen wir noch an Jarovnice vorbei. Einem von etwa 800 Slums in der Slowakei.

Immerhin mit dem Wetter hatten wir heute wieder Glück. Man sind wir hinter dem schlechten Wetter her gefahren, mal vorweg. Aber eigentlich sind wir den ganzen Tag von schlechten Bedingungen verschont geblieben. Nur die letzten 20 Minuten, als wir auf dem Weg zu unserem Hotel waren, da sind wir nochmal nass geworden.

Die Zipser Burg ist der unser östlichster Punkt und quasi Reiseziel. Die Burg haben wir heute schon von Oben aus der Ferne sehen können. Morgen werden wir unsere Runde dann noch vervollständigen und die Burg auch direkt ansteuern. Danach geht es nicht weiter östlich. Ab Morgen geht es wieder zurück in den Westen.

Für heute gute Nacht.

cheers.
Sebastian

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